Tag 314

Früher Morgen:
Man, hab ich heute schlecht geschlafen. Keine Ahnung was das in der Nacht war, aber der Lärm hat mich mehrmals aufschrecken lassen. Ich muss unbedingt herausfinden, wer oder was so ein Geschrei verursachen kann.
Oh man, hoffentlich bin ich heute in der Lage gute Arbeit zu leisten. Nicht, dass noch einer auf den Gedanken kommt, er müsste mich zu den Faulen zählen...

Mittag:
Es lief bisher sehr schleppend mit der Arbeit. Ich kann mich nicht richtig konzentrieren. Und was mich am meisten stört ist, dass keiner auf meine Fragen eingeht und mir nichts erklärt wird.
Egal, wen ich nach dem nächtlichen Radau frage, keiner will mir auch nur die kleinste Mückenscheiße erzählen. Das einzige, was in allen Reaktionen gleich bleibt, ist die Aussage, ich soll nicht zu viel fragen.
Was haben die hier zu verbergen?

Abend:
Das ist doch hier irgend so eine Sekte. Mit ihrer dämlichen Geheimnistuerei und diesem ewigen Lächeln, das den Leuten scheinbar ins Gesicht geleimt wurde. Und dann erst diese beschissene Unterwürfigkeit ihrem ganz eigenen "Messias" gegenüber.
Ich meine ja nur.
Ich bin auch dankbar für einen sicheren Unterschlupf. Einen Rückzugsort, wenn man so will. Aber ich mag es nicht, wenn mir der Mund verboten wird. Das konnte ich noch nie leiden. Wenn mir keiner was sagt, muss ich eben nachts selber raus und nachsehen. Wach bleiben kann ich ja ganz gut. Das hab ich in meinem monatelangen Feldeinsatz gelernt. Ob ich nun auf einem von verseuchten Straßenkötern angepissten Baum klettere oder es mir einfach hier, in diesem Zimmer ungemütlich mache, ich bleibe jedenfalls heute Nacht wach. Und ich werde herausfinden, was hier gespielt wird.

Mitten in der Nacht:
Ich bin eingeschlossen. Wieso bin ich eingeschlossen? Ich kann die Tür meines Zimmers nicht öffnen und das jagt mir gerade eine Scheißangst ein. Wenn alles gut geht und ich die Nacht unbeschadet überstehe, werde ich morgen Melanie danach fragen. Hoffentlich gibt wenigstens sie Antwort auf meine Fragen.
Allmählich zweifle ich daran, ob es gut war, hier her zu kommen. Bitte mach, dass alles gut wird.

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