Tag 309

Morgens:
Scheiß Drecksviecher. Gestern Abend mache ich mich auf den Weg zur Siedlung und plötzlich höre ich das Hecheln dieser räudigen Misttölen. Also rauf auf einen Baum. Diesmal habe ich leider einen gewählt, der wenig Platz und Halt bot. Also hing ich die ganze Nacht am Stamm und hielt mich fest. Das war alles, nur nicht bequem. Und geschlafen habe ich auch nicht.
Dreckiges Hundepack.
Jedenfalls sind die Drecksviecher wieder abgehauen und ich kann mich endlich auf den Weg machen. Vielleicht ist es ohnehin besser, tagsüber bei der Siedlung zu klopfen.

Abend:
Wie geil ist das denn, bitte? Ich habe es heute gewagt zur Siedlung zu gehen und war erfolgreich. Schon von weitem hat man mich kommen sehen und ich wurde bereits erwartet, als ich am Tor ankam. Was für ein Empfang. Was für eine Freundlichkeit.
Eine Frau mittleren Alters mit braunen Haaren und wachen Augen und ein Junge, vielleicht 10 Jahre alt und blond, haben mich als erstes willkommen geheißen. Erst nahm mich die Frau, sie heißt Melanie, in die Arme, dann drückte mich auch der Junge, der sich als Aaron vorgestellt hat. Ich bin immer noch ganz überwältigt.
Die Frau begrüßte mich mit den Worten, dass es nicht schlimm sei, wenn ich meine Zeit bräuchte, sie hätte auch zwei Wochen benötigt, um sich als Teil der Gemeinschaft hier in der Siedlung zu fühlen. Das wäre bei den Erfahrungen, die man im Brachland macht, auch nicht verwunderlich. Die Siedlung hätte es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Misstrauen entgegen zu wirken und eine neue, stabile Gesellschaft aufzubauen.
Wow, das klingt nach viel Arbeit, aber ich hoffe, dass sie es schaffen. Und vielleicht, wenn alles gut läuft und ich mich als würdig erweise, kann ich ein Teil dieser Heilung für den Erdball sein. Ich hoffe so sehr, dass es klappt und ich ein Teil dieser Gemeinschaft sein darf.
Welche Kriterien erfüllt sein müssen, weiß ich noch nicht. Das werde ich aber noch herausbekommen.
Später gab es Abendessen im Gemeinschaftsraum. Wie geil ist das denn? Es gab sogar Fleisch, das nicht nach ranziger Leber geschmeckt hat. Sie hätten einen guten Koch und würden sich Vieh für die Fleischgewinnung halten. So gäbe es immer etwas zu essen.
Morgen will man mir zeigen, wo ich baden kann. Ich glaube allmählich, ich habe das Paradies gefunden.

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